# Fact Sheet

Stand: 1. Mai 2026

## Reiche Verbindungen in 90 Sekunden

Katherina Reiche ist seit dem 6. Mai 2025 Bundesministerin für Wirtschaft und Energie. Zuvor war sie von 2020 bis 2025 Vorstandsvorsitzende der Westenergie AG. Dieser Wechsel ist legal, aber politisch sensibel: Das Ministerium gestaltet Energiepolitik und damit auch Rahmenbedingungen für Unternehmen und Infrastrukturen, aus deren Umfeld Reiche kommt.

Im März 2026 nahm Reiche an der CERAWeek in Houston teil. Laut Medienberichten über Politico sprach sie dort davon, beim Ziel der Klimaneutralität 2050 flexibler werden zu müssen und eine mögliche Lücke von 5 bis 10 Prozent zu akzeptieren. Das steht politisch im Spannungsverhältnis zum Europäischen Klimagesetz, das Klimaneutralität bis 2050 verbindlich festlegt.

Greenpeace veröffentlichte am 30. April 2026 ein Dossier zu Reiches Energiepolitik. Darin erhebt Greenpeace unter anderem den Vorwurf, das BMWE habe mindestens 28 gezielte inhaltliche Änderungen an einem Monitoringbericht veranlasst. Diese Vorwürfe sind als Greenpeace-Vorwürfe zu kennzeichnen. Gerade deshalb ist die zentrale Forderung einfach: Das Ministerium soll alle relevanten Fassungen offenlegen und Änderungen begründen.

## Drei belegbare Linien

### 1. Drehtür

Fakt: Reiche wechselte aus dem Vorstand der Westenergie AG ins Bundeswirtschaftsministerium.

Einordnung: Das schafft keinen automatischen Rechtsverstoß, aber einen erhöhten Transparenzbedarf.

### 2. Klimaziel

Fakt: Das EU-Ziel Klimaneutralität 2050 ist verbindlich.

Einordnung: Wenn eine Ministerin laut Medienberichten eine 5-10-Prozent-Lücke akzeptieren will, muss sie erklären, wie das mit EU-Recht und Regierungsposition zusammenpasst.

### 3. Monitoringbericht

Fakt: Greenpeace erhebt konkrete Vorwürfe zu Änderungen an einem Monitoringbericht.

Einordnung: Wenn Gutachten politische Entscheidungen stützen, müssen Entstehung und Änderungen nachvollziehbar sein.

## Fünf Forderungen

1. Alle relevanten Fassungen des Monitoringberichts offenlegen.
2. Änderungen tabellarisch mit Urheber, Datum und fachlicher Begründung veröffentlichen.
3. Lobbykontakte der BMWE-Hausleitung zu Energieunternehmen, Verbänden und Beratungsfirmen offenlegen.
4. Reiches Position zur EU-Klimaneutralität 2050 schriftlich klarstellen.
5. Karenzzeiten zwischen regulierter Industrie und Ministeramt prüfen.

## Sicherer Kurztext

Katherina Reiche wechselte aus dem Vorstand der Westenergie AG an die Spitze des Bundeswirtschaftsministeriums. Laut Medienberichten relativierte sie auf der CERAWeek 2026 das EU-Ziel Klimaneutralität 2050. Greenpeace erhebt zudem Vorwürfe zu Änderungen an einem Monitoringbericht. Daraus folgt keine Vorverurteilung, aber eine klare Forderung: Das BMWE muss Unterlagen, Änderungen und Lobbykontakte transparent machen.

